Darf man beim Autofahren eine E-Zigarette benutzen?
Darf man beim Autofahren eine E-Zigarette benutzen?
Viele Autofahrer stellen sich dieselbe Frage: Ist das Dampfen im Auto erlaubt – und gilt etwas anderes, wenn Kinder mitfahren? Dieser Leitfaden fasst den Stand der Rechtslage in Deutschland zusammen, ordnet ihn mit Blick auf Verkehrssicherheit ein und gibt praxisnahe Tipps, wie erwachsene Dampfer verantwortungsvoll mit ihrer E-Zigarette im Auto umgehen.
Schon vorweg: Es gibt in Deutschland aktuell kein spezielles „E-Zigaretten-Gesetz fürs Auto“. Rechtlich greifen vor allem die allgemeinen Vorschriften der Straßenverkehrsordnung (StVO) zum Thema Ablenkung sowie der Nichtraucherschutz für Kinder und Jugendliche in bestimmten Situationen. Parallel dazu sollten Fahrer die Vorgaben aus dem Tabakrecht (z. B. zur Nikotinstärke nach der EU-Tabakproduktrichtlinie) und steuerlichen Regelungen kennen, um nur legale, korrekt besteuerte Produkte zu verwenden.
In der Praxis heißt das: Nicht alles, was formal erlaubt ist, ist im Straßenverkehr auch sinnvoll. Ein kurz abgelenkter Blick auf die E-Zigarette kann ausreichen, um eine gefährliche Situation zu übersehen – das kennen viele erfahrene Fahrer aus eigener Routine.

1. Rechtliche Grundlagen: E-Zigarette und Autofahren in Deutschland
1.1 Gibt es ein ausdrückliches Verbot?
Ein ausdrückliches Bundesgesetz, das das Dampfen am Steuer generell verbietet, existiert derzeit nicht. Weder die Straßenverkehrsordnung (StVO) noch das deutsche Tabakrecht (Tabakerzeugnisgesetz – TabakerzG) enthalten ein Verbotsschild nur für E-Zigaretten im Auto.
Das bedeutet aber keinen Freibrief: Die Polizei beurteilt das Dampfen über die allgemeinen Ablenkungsregeln der StVO. Wer beim Fahren so mit dem Gerät beschäftigt ist, dass er die nötige Sorgfalt vermissen lässt, riskiert Verwarnungsgelder oder bei einem Unfall sogar Strafen.
1.2 Ablenkung nach StVO: Warum das für Dampfer entscheidend ist
Die StVO fordert von jedem Fahrer, dass er sein Fahrzeug ständig unter Kontrolle behält und jede vermeidbare Ablenkung vermeidet. Das ist derselbe Maßstab, der auch für das Bedienen eines Smartphones oder das Hantieren mit anderen Gegenständen im Auto gilt.
In der Praxis berichten Fahrsicherheitstrainer, dass drei typische Ablenkungsmomente immer wieder zu gefährlichen Situationen führen:
- das Greifen nach der E-Zigarette im Fußraum, auf dem Beifahrersitz oder in einer tiefen Tasche
- das Verstellen von Leistungsstufen oder Airflow bei komplexen Geräten
- das hektische Reagieren bei Fehlfunktionen (z. B. Liquid im Mund, blinkende LED)
Die einfache Faustregel, die sich bewährt hat: Alles, was länger als 1–2 Sekunden Aufmerksamkeit kostet, gehört nicht in die Fahrt – sondern an den Straßenrand.
1.3 Kinder im Auto: Nichtraucherschutz und gesellschaftliche Erwartungen
Für das Rauchen klassischer Zigaretten im Auto mit Minderjährigen gibt es in einigen Bundesländern konkrete Verbotspläne, teils auch bereits umgesetzte Landesgesetze. Für E-Zigaretten besteht in vielen Regionen noch eine Grauzone, gleichzeitig wächst der gesellschaftliche Druck, Kinder vor Tabak- und Nikotindämpfen zu schützen.
Die repräsentative DEBRA-Studie zeigt, dass E-Zigaretten in Deutschland überwiegend von erwachsenen Konsumenten genutzt werden, die ihren Zigarettenkonsum reduzieren oder beenden möchten. Genau diese Zielgruppe steht unter besonderer Beobachtung: Die Öffentlichkeit erwartet, dass Erwachsene im Beisein von Kindern besonders verantwortungsvoll handeln.
Eine praktische Konsequenz: Viele Experten empfehlen, bei Fahrten mit Kindern entweder ganz auf das Dampfen zu verzichten oder ausschließlich nikotinfreie Produkte zu verwenden und regelmäßig zu lüften.
\n2. Sicherheitsrisiken: Was beim Dampfen am Steuer tatsächlich gefährlich ist
2.1 Die größte Gefahr ist Ablenkung – nicht der Dampf selbst
Erfahrene Fahrtrainer und langjährige Dampfer berichten übereinstimmend: Das größte Risiko geht nicht vom Aerosol an sich aus, sondern von der kurzfristigen Aufmerksamkeitsspanne, die das Gerät einfordert.
Typische Szenarien aus der Praxis:
- Der Fahrer versucht, während der Fahrt ein neues Liquid einzufüllen und übersieht dabei eine Bremsung vor ihm.
- Eine Pod-Kartusche sitzt nicht richtig, es gluckert – der Fahrer blickt mehrere Sekunden nach unten, um nachzusehen.
- Im dichten Stadtverkehr versucht jemand, schnell den „Turbo-Modus“ seiner E-Zigarette zu aktivieren und driftet dabei unbemerkt in die Nachbarspur.
In internen Auswertungen von Fahrtrainings zeigt sich, dass bereits 2–3 Sekunden Blickabwendung bei 100 km/h einer „Blindfahrt“ von über 50 Metern entsprechen. Für die Gefahrenlage ist es dabei praktisch egal, ob jemand auf das Smartphone schaut oder am Pod-System fummelt – die Ablenkung wirkt gleich.
2.2 Sichtbehinderung durch große Dampfwolken
Ein weiterer Punkt, den viele Fahrer unterschätzen, ist die Sichtbehinderung durch dichte Dampfwolken. Besonders leistungsstarke Sub-Ohm-Geräte können die Frontscheibe kurzzeitig komplett verhüllen, insbesondere bei kaltem Wetter und geschlossenen Fenstern.
Das ist nicht nur für den Fahrer selbst riskant. Auch andere Verkehrsteilnehmer, etwa Motorradfahrer oder Radfahrer neben dem Auto, können irritiert werden, wenn plötzlich dichter Dampf aus einem Seitenfenster austritt.
Eine sinnvolle Strategie für das Autofahren:
- keine extrem hohen Leistungsbereiche oder „Cloud Chasing“ im Auto
- bevorzugt kompakte, leistungsschwächere Pod-Systeme oder Einweggeräte nutzen
- das Fenster einen Spalt öffnen und den Dampf weg vom Fahrerbereich ausatmen
2.3 Kinder an Bord: Nikotin, Aerosole und Rückstände
Die Frage „Darf ich dampfen, wenn Kinder mitfahren?“ ist nicht nur eine Rechts-, sondern auch eine Gewissensfrage.
Die Bundesinstitute ordnen das Risiko von E-Zigaretten-Nutzung regelmäßig im Vergleich zum Rauchen ein. Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) weist darauf hin, dass das gesundheitliche Risiko von E-Zigaretten in der Regel deutlich niedriger ist als das von Tabakrauch, gleichzeitig aber nicht risikofrei. Besonders für Kinder und Jugendliche empfehlen die Fachleute eine möglichst weitgehende Expositionseinschränkung.
Beim Autofahren kommen weitere Faktoren hinzu:
- Geringeres Volumen: Der Fahrzeuginnenraum ist ein relativ kleiner, geschlossener Raum.
- Rückstände: Aerosole können sich auf Sitzen, Gurten und Oberflächen ablagern.
- Kontrolle: Kinder (vor allem Kleinkinder) können Geräte finden und in den Mund nehmen.
Praktische Empfehlung: Wer regelmäßig mit Kindern fährt, sollte im Auto entweder gar nicht dampfen oder nikotinfreie Pods und Liquids nutzen, wie etwa nikotinfreie Einweg-E-Zigaretten oder Prefilled Pods. Dabei sollte das Gerät außerhalb der Reichweite von Kindern aufbewahrt und nach der Fahrt aus dem Auto genommen werden.
3. Gesetzliche Rahmenbedingungen rund ums Gerät: Was im Auto indirekt wichtig wird
3.1 EU-TPD, TabakerzG und legale Produktparameter
Auch wenn sich die EU-Tabakproduktrichtlinie nicht speziell auf das Autofahren bezieht, legt sie wichtige technische und inhaltliche Grenzen für E-Zigaretten fest, die auch im Auto gelten:
- maximale Nikotinkonzentration von 20 mg/ml
- maximale Füllmenge von 2 ml pro Einwegkartusche oder Tank für nikotinhaltige Liquids
- verpflichtende Inhaltsstoffmeldung und Warnhinweise
Das deutsche Tabakerzeugnisgesetz (TabakerzG) setzt diese Vorgaben um und verbietet u. a. die Inverkehrbringung von Geräten, die diese Grenzwerte überschreiten. Für Autofahrer ist das indirekt relevant: Wer im Auto zu auffälligen, überdimensionierten Einweggeräten greift, bewegt sich womöglich außerhalb des legalen Rahmens.
Praxisbeispiel: Auf Online-Plattformen tauchen immer wieder Einwegprodukte mit 5.000 oder mehr Zügen und großen Füllvolumina auf. Nach Maßgabe von TabakerzG und EU-TPD sind solche Geräte in Deutschland nicht verkehrsfähig. Wer sie dennoch benutzt, setzt sich einem erhöhten Risiko aus, bei Kontrollen Probleme zu bekommen.
3.2 Steuern, Steuerzeichen und Zoll: Warum Legalität auch im Auto zählt
Für E-Liquids fällt seit 2022 eine spezielle Verbrauchssteuer nach dem Tabaksteuergesetz (TabakStG) an. Die Steuer steigt schrittweise von 0,16 € pro Milliliter auf 0,32 € pro Milliliter. Legal in Deutschland verkaufte Produkte sind entsprechend besteuert und gekennzeichnet.
Die Zollverwaltung betont auf ihren Informationsseiten, dass sie illegale, nicht versteuerte E-Zigaretten und Liquids gezielt kontrolliert und beschlagnahmt. Hinweise dazu finden sich auf zoll.de im Zusammenhang mit Steuerzeichen und der Bekämpfung des Schmuggels.
Für Fahrer bedeutet das: Wer im Rahmen einer Verkehrskontrolle kontrolliert wird und offensichtlich steuerlich nicht gekennzeichnete oder überdimensionierte Geräte mitführt, muss damit rechnen, dass die Kontrolle sich nicht nur auf die Fahrtüchtigkeit, sondern auch auf die Produktherkunft erstreckt.
3.3 Umwelt- und Entsorgungsfragen: Einweggeräte nicht im Auto „sterben“ lassen
Die Frage der Entsorgung ist kein reines Umwelt-, sondern auch ein Sicherheits- und Image-Thema. Einweg-E-Zigaretten gelten rechtlich als Elektrogeräte und enthalten Batterien, die unter das Batteriegesetz (BattG) fallen.
Händler sind verpflichtet, Altbatterien zurückzunehmen; der Rücknahmepfad wird zentral über die Stiftung ear organisiert, bei der Hersteller und Inverkehrbringer registriert sind. Für die Praxis bedeutet das: Leere Einweggeräte gehören nicht ins Handschuhfach oder in den Restmüll, sondern in die Rücknahmesysteme des Handels.
Gerade im Auto sammeln sich erfahrungsgemäß schnell mehrere „fast leere“ Einweg-Geräte. Besser ist es, diese zu Hause zu sammeln und regelmäßig über Sammelstellen zu entsorgen – das reduziert Brandrisiken im Fahrzeug und unterstreicht einen verantwortungsvollen Umgang mit der Technik.
4. Praxisleitfaden: So nutzen Sie E-Zigaretten im Auto möglichst sicher
4.1 Entscheidungs-Check: Dampfen während der Fahrt oder kurze Pause?
Die folgende Tabelle hilft, typische Situationen im Alltag schnell einzuschätzen.
| Situation | Empfehlung | Begründung |
|---|---|---|
| Stau auf der Autobahn, Fahrzeug steht, Motor läuft | Kurze Züge mit einfachem Gerät möglich | Umgebung ist überschaubar, keine komplexen Fahrmanöver, Ablenkung bleibt gering. |
| Stop-and-Go in der Stadt, Fußgängerüberwege, Kreuzungen | Besser nicht dampfen | Komplexe Verkehrslage, häufige Bremsmanöver und Schulterblicke, jede Ablenkung erhöht das Risiko. |
| Landstraße mit 100 km/h und Überholvorgängen | Nur dampfen, wenn alle Einstellungen fertig sind und der Blick auf der Straße bleibt | Bei 100 km/h entsprechen 2 Sekunden Ablenkung über 50 m Blindfahrt; kein Hantieren am Gerät. |
| Fahrt mit kleinen Kindern auf der Rückbank | Möglichst komplett auf Dampfen verzichten oder aufs nächste Halten warten | Kinder sind besonders schutzbedürftig, zusätzliches Stresspotenzial durch Unruhe im Auto. |
| Nachtfahrt bei Regen | Nicht dampfen | Kombination aus schlechter Sicht, Reflexionen und Müdigkeit erfordert maximale Aufmerksamkeit. |
Die Erfahrung zeigt: Wer konsequent nach dem Prinzip „Stoppen statt fummeln“ vorgeht, reduziert sein Risiko für kritische Situationen deutlich.
4.2 Gerätekategorie: Welche E-Zigaretten sind fürs Auto geeignet?
Im Auto bewähren sich in der Regel kompakte Pod-Systeme und Einweg-E-Zigaretten mit moderater Leistung. Sie erzeugen kleinere, weniger sichtbare Dampfwolken und verlangen weniger Konfiguration.
Typische Vorteile dieser Geräteklasse:
- kein oder nur minimaler Einstellaufwand (kein Menü, keine Wattage-Wahl)
- moderater Dampfoutput, weniger Sichtbehinderung
- einfache Handhabung mit einer Hand möglich, ohne nachzudenken
Wer gleichzeitig Wert auf gesetzlichen Rahmen und praktische Alltagstauglichkeit legt, achtet auf 2-ml-Füllvolumen, Nikotinstärken innerhalb der EU-Grenzen und Mesh-Coil-Technologie für effiziente Verdampfung bei niedriger Leistung. Ein Beispiel sind kompakte Einwegmodelle wie die ELFBAR 800 Blackberry Ice, die trotz 20 mg/ml Nikotinsalz dank Mesh-Coil mit kleiner, kontrollierbarer Dampfmenge auskommen.
Für Fahrten mit Kindern oder besonders sensiblen Mitfahrern bieten sich nikotinfreie Varianten an, etwa die ELFBAR 800 Blue Razz Lemonade (nikotinfrei), die ein volles Aromaerlebnis ohne Nikotin liefern.
4.3 Die 10-Punkte-Checkliste für sicheres Dampfen im Auto
Die folgenden Punkte stammen aus Fahrtrainings und Erfahrungen erfahrener Dampfer und lassen sich direkt im Alltag umsetzen:
- Keine Einstellungen während der Fahrt ändern. Leistung, Airflow und Modi stellen Sie vor Fahrtbeginn ein.
- Gerät sicher verstauen. Nutzen Sie einen stabilen Getränkehalter oder ein separates Fach; keine losen Geräte auf dem Sitz oder im Schoß.
- Nur Ein-Hand-Bedienung ohne Hinsehen. Wenn Sie das Gerät nicht blind sicher bedienen können, dampfen Sie nicht während der Fahrt.
- Bei jedem „Problem“ sofort aufhören. Leckage, ungewöhnliche Geräusche oder blinkende LEDs? Gerät weglegen, nächste sichere Haltemöglichkeit nutzen.
- Dampf raus aus dem Sichtfeld. Beim Ausatmen leicht den Kopf drehen und ein Fenster einen Spalt öffnen.
- Kinder an Bord = extra Vorsicht. Möglichst nicht dampfen, sonst nur nikotinfreie Produkte verwenden und sehr gut lüften.
- Keine Improvisationshalterungen. Keine Saugnapf-Halter an der Frontscheibe oder Konstruktionen, die das Sichtfeld einschränken.
- Nur intakte Kabel und Ladegeräte nutzen. USB-C-Kabel mit sichtbaren Schäden aussortieren, keine Billigadapter im Zigarettenanzünder.
- Vor der Fahrt auf Dichtheit prüfen. Pods und Einweggeräte kurz auf Feuchtigkeit kontrollieren, um nasse, rutschige Oberflächen zu vermeiden.
- Stresssituationen = Dampf-Pause. Bei Stau, Aggression im Verkehr oder Müdigkeit lieber kurz anhalten, als zusätzlich zu dampfen.
5. Gerätekonfiguration, Lagerung und Pflege im Fahrzeug
5.1 Sichere Lagerung: Wo die E-Zigarette im Auto hingehört – und wo nicht
Die meisten Zwischenfälle im Fahrzeug entstehen, wenn Fahrer nach einem heruntergefallenen Gerät greifen oder zwischen Sitzelemente rutschen. Deshalb gilt:
- Gut erreichbarer, fester Platz (z. B. Getränkehalter, Mittelkonsole)
- möglichst Reißverschlussfach oder Box für Ersatzpods und -geräte
- keine Lagerung in offenen Jackentaschen auf dem Beifahrersitz, die beim Bremsen herunterrutschen können
Wer mit mehreren Geräten unterwegs ist, sollte sie klar getrennt halten (z. B. eine Box für nikotinhaltige und eine für nikotinfreie Produkte), um Verwechslungen zu vermeiden.
5.2 Laden im Auto: Worauf bei USB-C zu achten ist
Viele moderne Pod-Systeme und kompakte Geräte setzen auf USB-C. Im Auto bietet sich das Laden am 12-V-Anschluss oder USB-Port an – allerdings nur unter klaren Sicherheitsvorgaben:
- Nur geprüfte und intakte Kabel verwenden. Fransen oder Knicke sind Ausschlusskriterien.
- Leistung des Adapters beachten. Mehrfachadapter und extrem günstige Ladegeräte können instabil sein.
- Gerät während des Ladens nicht nutzen. Das reduziert thermische Belastung und mechanische Beanspruchung.
- Keine Ladung bei extremen Temperaturen. Bei stark aufgeheiztem Innenraum im Sommer oder tiefen Minusgraden besser warten, bis das Fahrzeug temperiert ist.
In Fahrzeuginnenräumen entstehen im Sommer durchaus Temperaturen von über 60 °C. Elektronische Geräte, Akkus und Liquidreservoirs sollten dann nicht dauerhaft im Auto verbleiben.
5.3 Lecks und Verschmutzungen: Sauberkeit ist Sicherheit
Aus der Praxis weiß man: Schon wenige Milliliter auslaufendes Liquid können eine Ablagefläche rutschig machen. Das ist an sich keine Katastrophe, kann aber in kritischen Situationen (z. B. wenn ein Fahrer reflexartig nach dem Gerät greift) zu unkontrollierten Bewegungen führen.
Wichtige Maßnahmen:
- Vor Fahrtantritt Pods und Tanks kurz auf äußere Feuchtigkeit prüfen.
- Bei einem Leak sofort mit einem Tuch reinigen und gelüftet weiterfahren.
- Geräte regelmäßig warten und Dichtungen kontrollieren; bei Pod-Systemen helfen die Tipps aus dem Ratgeber „E-Liquid Leck im Pod? So beheben Sie das Problem“.
Wer regelmäßig dieselben Geräte verwendet, kennt seine „Problemkandidaten“ meist genau. Diese sollten keinesfalls als „Autogerät“ dienen.
6. Verhalten bei Kontrollen und typische Missverständnisse
6.1 Wie Polizei und Ordnungskräfte Dampfen im Auto einordnen
Erfahrungen von Fahrern zeigen, dass Polizeibeamte Dampfen im Auto häufig ähnlich bewerten wie das Rauchen: Ausschlaggebend ist der Grad der Ablenkung. Wer während der Fahrt stark beschäftigt wirkt, große Dampfwolken produziert oder Schlangenlinien fährt, muss mit einer Kontrolle rechnen.
Wichtig:
- Ruhig bleiben, Gerät weglegen, Fenster öffnen.
- Auf Nachfrage sachlich erklären, dass es sich um eine E-Zigarette handelt.
- Verpackungen griffbereit haben, aus denen hervorgeht, dass das Produkt den deutschen Regelungen (Nikotingehalt, Füllvolumen) entspricht.
Wer legale, nach TabakerzG zugelassene Produkte verwendet, macht es den Kontrollorganen leichter, die Situation korrekt einzuordnen.
6.2 Typische Missverständnisse – und wie man sie ausräumt
Missverständnis 1: „E-Zigaretten sind im Auto komplett verboten.“
Das ist so nicht korrekt. Es gibt derzeit kein bundesweites Totalverbot. Entscheidend ist, ob der Fahrer dadurch abgelenkt ist oder andere Verkehrsteilnehmer gefährdet.
Missverständnis 2: „Mit nikotinfreien E-Zigaretten gilt nichts von alledem.“
Auch nikotinfreie Geräte können Sichtbehinderungen verursachen oder zur Ablenkung führen. Der Fahrer bleibt immer verpflichtet, sein Fahrzeug sicher zu führen.
Missverständnis 3: „Wenn das Gerät im Ausland gekauft wurde, gilt deutsches Recht nicht.“
Doch. Sobald sich Fahrzeug und Fahrer in Deutschland befinden, gelten die deutschen Verkehrs- und Tabaksteuergesetze. Produkte, die z. B. gegen die Füllmengenbegrenzung der EU-TPD verstoßen oder keine Steuer nach TabakStG entrichtet haben, sind hierzulande problematisch – unabhängig vom Kaufort.
7. Produkte gezielt auswählen: Diskrete und verantwortungsvolle Optionen
7.1 Kriterien für ein „autotaugliches“ Setup
Aus der Kombination aus Praxis und Regulierung hat sich ein klares Anforderungsprofil ergeben:
- Kompakte Bauform: Passt sicher in Cupholder oder kleine Fächer.
- Moderate Leistung und Dampfmenge: Vermeidet Sichtbehinderung.
- Einfache Bedienung: Möglichst keine Menüs, wenige Bedienelemente.
- Transparenter Tank / Füllstandsanzeige: Kontrollierbarer Restbestand ohne Öffnen.
- Legale Parameter: 2-ml-Tank, Nikotin bis 20 mg/ml, TPD-konforme Verpackung.
7.2 Beispiele für diskrete Geräte im Rahmen der deutschen Regeln
Einweg-E-Zigaretten mit 2-ml-Füllvolumen und Mesh-Coils bieten sich für viele Autofahrer an, die ein unkompliziertes, diskretes Gerät suchen. Ein typisches Beispiel ist die ELFBAR 800 Blackberry Ice: 2 ml Nikotinsalzliquid mit 20 mg/ml, bis zu 800 Züge und ein gut sichtbarer Liquidstand vereinfachen die Planung von längeren Fahrten.
Wer bewusst auf Nikotin verzichten möchte, findet in Varianten wie der ELFBAR 800 Blueberry (nikotinfrei) eine Option, um aromatisches Dampfen und Verantwortung gegenüber Kindern oder sensiblen Mitfahrern zu verbinden.
Für Nutzer, die Pod-Systeme bevorzugen, eignen sich vorbefüllte, nikotinfreie Pods – etwa die ELFA Prefilled Pod Apple Peach (nikotinfrei). Sie kombinieren Mesh-Coil-Technologie mit konstanter Performance bei moderater Leistung und ermöglichen so ein kontrolliertes Dampferlebnis mit geringem Ablenkungspotenzial.
Beim Einsatz solcher Geräte im Auto gelten trotzdem alle oben beschriebenen Vorsichtsmaßnahmen, insbesondere das Verbot, während komplexer Fahrsituationen an den Geräten herumzuhantieren.
Wichtige Erkenntnisse und praktische Empfehlungen
- Es gibt aktuell kein generelles bundesweites Verbot, E-Zigaretten beim Autofahren zu nutzen. Entscheidend ist, ob das Dampfen zu Ablenkung oder Gefährdung führt.
- Kinder im Auto verdienen besonderen Schutz. Fachinstitutionen wie das BfR empfehlen, die Exposition von Minderjährigen gegenüber Dämpfen und Aerosolen so weit wie möglich zu reduzieren.
- Legale, nach EU-TPD und TabakerzG konforme Produkte sind auch im Rahmen von Verkehrskontrollen von Vorteil.
- Kompakte Pod-Systeme und Einweg-E-Zigaretten mit moderater Leistung, Mesh-Coils und kleinem Füllvolumen eignen sich besonders für den Einsatz im Auto, ersetzen aber nicht die Pflicht zur Aufmerksamkeit.
- Die einfache Regel „Stoppen statt fummeln“ ist im Zweifel der wichtigste Beitrag zur eigenen Sicherheit und zur Sicherheit anderer Verkehrsteilnehmer.
FAQ: Häufige Fragen zum Dampfen im Auto
Ist Dampfen im Auto in Deutschland erlaubt?
Ja, es gibt derzeit kein ausdrückliches bundesweites Verbot. Allerdings darf das Dampfen nicht dazu führen, dass Sie gegen die StVO verstoßen oder andere gefährden. Bei Ablenkung oder Unfällen können Bußgelder und weitere Konsequenzen drohen.
Darf ich dampfen, wenn Kinder im Auto sitzen?
Rechtlich gibt es (noch) kein einheitliches, deutschlandweites Verbot speziell für E-Zigaretten im Auto mit Kindern. Aus gesundheitlicher und ethischer Sicht wird jedoch empfohlen, entweder ganz auf das Dampfen zu verzichten oder ausschließlich nikotinfreie Produkte zu verwenden und gut zu lüften.
Drohen Punkte in Flensburg, wenn ich beim Dampfen einen Unfall baue?
Wenn festgestellt wird, dass das Dampfen zur Ablenkung und damit zum Unfall beigetragen hat, können Verwarnungen, Bußgelder und je nach Schwere des Verstoßes auch Punkte und weitergehende Maßnahmen folgen.
Sind große Einweggeräte mit mehr als 2 ml Liquid im Auto erlaubt, wenn ich sie im Ausland gekauft habe?
Sobald Sie in Deutschland unterwegs sind, gelten deutsches Tabakrecht und EU-TPD-Vorgaben. Einweggeräte mit mehr als 2 ml nikotinhaltigem Liquid sind hier grundsätzlich nicht verkehrsfähig, unabhängig vom Kaufort.
Wie lagere ich meine E-Zigarette am sichersten im Auto?
Nutzen Sie Cupholder oder Fächer, in die das Gerät sicher passt und bei Bremsmanövern nicht herumfliegt. Bewahren Sie E-Zigaretten nicht dauerhaft im Auto auf, insbesondere nicht bei großer Hitze oder starker Kälte.
Kann die Polizei meine E-Zigarette bei einer Verkehrskontrolle beschlagnahmen?
Wenn der Verdacht besteht, dass es sich um illegale oder nicht versteuerte Produkte handelt (z. B. übergroße Einweggeräte ohne korrekte Kennzeichnung), kann die Polizei bzw. der Zoll weitere Maßnahmen ergreifen. Bei TPD-konformen, versteuerten Geräten ist das Risiko deutlich geringer.
Hinweis zu Gesundheit und Sicherheit
Dieser Artikel dient ausschließlich der allgemeinen Information. Er ersetzt keine medizinische, rechtliche oder sonstige professionelle Beratung. Wer Vorerkrankungen hat, schwanger ist oder Medikamente einnimmt, sollte die Nutzung von E-Zigaretten und das Dampfen im Auto mit einem Arzt oder einer anderen qualifizierten Fachperson besprechen. Bei Fragen zu konkreten Rechtsfolgen oder individuellen Situationen im Straßenverkehr ist die Beratung durch einen Rechtsanwalt oder eine andere qualifizierte Stelle ratsam.
Quellen
- EU-Tabakproduktrichtlinie (2014/40/EU)
- Tabakerzeugnisgesetz (TabakerzG)
- Tabaksteuergesetz (TabakStG)
- Bundesinstitut für Risikobewertung – E-Zigaretten
- DEBRA-Studie – Deutscher Survey zum Rauchverhalten
- Zoll – Hinweise zu Tabakwaren und E-Zigaretten
- Batteriegesetz (BattG)
- Stiftung ear – WEEE-Register
- E-Liquid Leck im Pod? So beheben Sie das Problem