Auslaufendes E-Liquid? Häufige Ursachen & Lösungen
Auslaufendes E-Liquid? So finden und beheben Sie die Ursache
Nichts ist ärgerlicher als ein auslaufender Pod: klebrige Hände, verklebte Kontakte und im schlimmsten Fall ein unbenutzbares Gerät. In diesem Leitfaden erfahren Sie systematisch, wie Sie die Ursache für auslaufendes E-Liquid erkennen, typische Fehler vermeiden und Ihr Pod-System so pflegen, dass Lecks langfristig seltener auftreten.
Wir konzentrieren uns dabei auf wiederaufladbare Pod-Systeme mit vorbefüllten oder nachfüllbaren Pods – also genau die Geräteklasse, die durch die EU-Tabakproduktrichtlinie mit einem Tankvolumen von maximal 2 ml geregelt ist. Die EU TPD begrenzt zudem die Nikotinstärke auf 20 mg/ml und schreibt dichte, kindersichere Nachfüllmechanismen vor. Wenn E-Liquid ausläuft, funktioniert einer dieser Mechanismen oder seine Anwendung nicht wie vorgesehen – und genau dort setzen wir an.

1. Schnellcheck: Wo kommt das E-Liquid eigentlich her?
Bevor Sie an Dichtungen, Coils oder rechtlichen Vorgaben zweifeln, lohnt sich ein strukturierter Blick auf die Leckstelle. So vermeiden Sie, auf Verdacht Teile zu tauschen, die völlig in Ordnung sind.
1.1 Typische Leck-Stellen bei Pod-Systemen
Bei den meisten Pod-Geräten treten Lecks an einigen immer gleichen Punkten auf:
- Füllöffnung / Silikonstopfen: E-Liquid sammelt sich um die Nachfüllöffnung oder tritt dort sichtbar aus.
- Airflow-Öffnungen: Flüssigkeit tritt an den Luftlöchern aus, oft nach starkem Ziehen oder Temperaturschwankungen.
- Kontaktbereich Pod–Gerät: Der Bereich, in dem der Pod in das Basisgerät gesteckt wird, ist feucht oder hat bereits einen kleinen Liquid-Film.
- Mundstück (Drip Tip): Kondensat oder Liquid tröpfelt aus dem Mundstück, häufig beim Transport in der Tasche.
1.2 Entscheidungs-Checkliste: Pod, Coil oder Gerät?
Nutzen Sie diese einfache Diagnose-Tabelle, um die Fehlerquelle Schritt für Schritt einzugrenzen:
| Beobachtung | Wahrscheinliche Ursache | Nächster Schritt |
|---|---|---|
| Liquid nur am Pod außen, Gerät innen trocken | Füllfehler, defekter Pod, beschädigter Stopfen | Pod abwischen, Füllöffnung prüfen, ggf. Pod ersetzen |
| Kontaktfläche im Gerät feucht, Liquid sammelt sich im Schacht | Ventil oder Pod-Korpus undicht, O-Ring beschädigt | Pod entfernen, Schacht trocknen, anderen Pod testen |
| Blubbern beim Ziehen, gelegentlich Liquid im Mund | Überfluteter Coil, zu starkes Ziehen, Kondensat | Pod abnehmen, kräftig ausschütteln (von Mundstück weg), moderater ziehen |
| Leckage nach Temperaturwechsel (z.B. Winter draußen, dann warme Wohnung) | Druckunterschied, Tank voll gefüllt | Etwas Liquid entnehmen, Pod aufrecht bei Raumtemperatur lagern |
Unsere Erfahrung aus Werkstätten zeigt: In rund 70–80 % der Fälle liegt der Fehler nicht an einem Produktionsmangel, sondern an Füll- oder Handhabungsfehlern. Deshalb lohnt sich eine saubere Vorgehensweise.
2. Häufige Ursachen für auslaufendes E-Liquid – und wie Sie sie beheben
In diesem Abschnitt gehen wir die wichtigsten Problemursachen durch und zeigen jeweils konkrete Lösungswege. Orientieren Sie sich an der Symptomatik Ihres Geräts.
2.1 Überfüllte Pods: Wenn kein Platz mehr für Luft bleibt
Ein häufiger Fehler beim Nachfüllen ist, den Pod fast bis zum Rand zu füllen. Das wirkt zunächst praktisch, erhöht aber den Innendruck und nimmt dem Liquid den „Pufferraum“, um sich bei Temperaturänderungen auszudehnen.
Praxisregel aus der Werkstatt: Lassen Sie immer etwa 8–12 % Luftpolster. In der Praxis heißt das: Füllen Sie den Pod nur bis etwa 90 % des sichtbaren Tankvolumens.
Was passiert bei Überfüllung?
- Beim Schließen des Silikonstopfens wird Liquid verdrängt und drückt durch die Verdampferöffnung.
- Bei Erwärmung (Handwärme, Sonne, Heizungsraum) steigt der Innendruck und Liquid wird durch die Airflow oder das Mundstück gedrückt.
So korrigieren Sie eine Überfüllung:
- Pod vorsichtig aus dem Gerät nehmen.
- Silikonstopfen öffnen und mit einer dünnen Flasche oder Spritze ein wenig Liquid entnehmen, bis wieder ein klarer Luftspalt sichtbar ist.
- Pod außen gründlich abwischen, bevor Sie ihn wieder einsetzen.
2.2 Beschädigte Füllventile und Silikonstopfen
Viele nachfüllbare Pods arbeiten mit kleinen Füllventilen oder Silikonstopfen. Werden diese mit zu dicken oder stumpfen Spitzen belastet, reißen sie ein oder verlieren ihre ursprüngliche Form.
Die Folgen:
- Das Ventil schließt nicht mehr dicht.
- Beim Transport tritt Liquid langsam aus.
- Unterdruck im Pod lässt sich nicht mehr sauber aufbauen.
Häufige Fehler in der Praxis:
- Verwendung von zu breiten Flaschenspitzen oder stumpfen Einmalspritzen.
- Hektisches Füllen unter Druck, wodurch das Ventil „aufgeweitet“ wird.
So beugen Sie vor:
- Nutzen Sie schmale, glatte Flaschenspitzen.
- Führen Sie die Spitze langsam in den Füllport ein und üben Sie nur so viel Druck aus, wie nötig.
- Stopfen oder Ventile, die eingerissen oder ausgeleiert wirken, sollten Sie nicht mehr weiterbenutzen, sondern den Pod ersetzen. Ein defektes Ventil lässt sich in der Regel nicht dauerhaft reparieren.
2.3 Falsch sitzende Pods und gequetschte O-Ringe
Zwischen Pod und Gerät sorgen O-Ringe (kleine Gummidichtungen) für Dichtigkeit. Sitzt der Pod schief oder wird zu fest eingedrückt, können diese Dichtungen sich verformen.
Typische Anzeichen:
- Pod wackelt oder sitzt leicht schräg.
- Beim Herausziehen sind am O-Ring kleine Riefen oder Abflachungen sichtbar.
- Flüssigkeit tritt bevorzugt an einer Seite aus.
Erprobte Anzugsregel aus der Praxis:
- Stecken oder schrauben Sie den Pod, bis Sie einen klaren Widerstand spüren („fingerfest“).
- Geben Sie anschließend maximal eine Vierteldrehung oder einen leichten zusätzlichen Druck. Mehr belastet die O-Ringe unnötig und kann langfristig sogar Lecks begünstigen.
Kontrollieren Sie die Dichtungen etwa einmal im Monat: Sobald sich die Gummiringe sichtbar abflachen oder Metallkontakt entsteht, sollten Sie den Pod ersetzen.
2.4 Unter- oder Überdruck durch Temperaturwechsel
E-Liquid dehnt sich bei Wärme aus und zieht sich bei Kälte zusammen. Bei geschlossenen Tanks führt das zu Druckunterschieden, die Liquid durch jede verfügbare Öffnung pressen können.
Typische Szenarien:
- Voll gefüllter Pod wird im Winter draußen genutzt und danach in einer warmen Wohnung gelagert.
- Gerät liegt im Sommer im Auto in der Sonne.
In beiden Fällen entsteht ein deutlicher Druckunterschied zwischen Tankinnenraum und Umgebung. Der Weg mit dem geringsten Widerstand sind meist Airflow-Öffnungen oder die Verdampferöffnung.
So vermeiden Sie druckbedingte Lecks:
- Pods nicht ganz voll füllen (wieder die 90-%-Regel).
- Gerät möglichst aufrecht bei Raumtemperatur lagern.
- Extreme Temperaturwechsel vermeiden, insbesondere keine längere Lagerung in praller Sonne oder auf der Heizung.
Die EU-spezifischen 2-ml-Volumenbegrenzungen aus der EU TPD reduzieren zwar das absolute Leckvolumen, ersetzen aber nicht eine sorgfältige Handhabung.
2.5 Falsches PG/VG-Verhältnis und Wicking-Probleme
Das Mischungsverhältnis von Propylenglykol (PG) und Glycerin (VG) beeinflusst nicht nur Geschmack und Dampfmenge, sondern auch die Fließeigenschaften (Viskosität) des Liquids. Dünne, PG-lastige Liquids neigen eher dazu, durch kleinste Spalten zu laufen. Sehr dicke, VG-lastige Liquids gelangen dagegen schlechter durch die Watte – das führt eher zu Nachflussproblemen und trockenem Geschmack, aber indirekt auch zu Lecks, wenn Nutzer versuchen, das durch starkes Ziehen auszugleichen.
Ausführliche Hintergründe finden Sie im Ratgeber zum PG/VG-Verhältnis für Pod-Systeme.
Praxisempfehlungen:
- Für Standard-Pods mit Mesh-Coil haben sich Liquids im Bereich von 50/50 bis 60/40 (VG/PG) bewährt.
- Bei sehr hohen VG-Anteilen (> 70 % VG) verlängern Sie die Einweichzeit des Coils um 30–50 %, damit die Watte vollständig gesättigt ist.
- Nutzen Sie für dickflüssige Liquids eher Coils mit geringerer Leistungsaufnahme (z.B. 0,6–0,8 Ohm), damit der Nachfluss mithalten kann.
Wenn ein Liquid zu dünn ist, kann ein leicht strengeres Ziehen und die konsequente 90-%-Füllregel bereits viel ausrichten. Bleiben Lecks, hilft oft nur der Wechsel zu einem etwas dickflüssigeren Liquid innerhalb des empfohlenen Bereichs.
3. Fehler bei der Coil-Vorbereitung (Priming) und beim Zugverhalten
Selbst der beste Pod wird undicht, wenn der Verdampferkopf (Coil) nicht korrekt vorbereitet oder permanent überlastet wird. Mesh-Coils reagieren hier besonders sensibel, weil sie sehr gleichmäßig und schnell erhitzen.
3.1 Richtiges Priming: So beugen Sie Überflutung und Dry Hits vor
Beim Priming wird die Watte eines neuen Coils vor der ersten Nutzung mit Liquid gesättigt. Unterbleibt dieser Schritt oder fällt zu kurz aus, kommt es häufig zu zwei Extremen:
- Dry Hits (verbrannter Geschmack) bei zu trockener Watte.
- Überflutete Coils mit Gurgeln und Leckage, wenn Nutzer versuchen, das durch extra kräftige Züge zu kompensieren.
Bewährt hat sich folgende Routine:
- Pod mit neuem Coil füllen.
- 3–5 Tropfen Liquid direkt auf die sichtbaren Watteöffnungen geben.
- Pod schließen und 5–10 Minuten stehen lassen, damit die Watte das Liquid vollständig aufnehmen kann.
- Vor dem ersten Befeuern mehrere Züge ohne Feuern (sog. „Dry Pulls“) nehmen, um einen leichten Unterdruck und zusätzlichen Liquidnachfluss zu erzeugen.
Ein ausführlicher Leitfaden zum Umgang mit Mesh-Coils und verbranntem Geschmack findet sich im Beitrag „Verbrannter Geschmack beim Mesh Coil: Ursachen & Lösungen“.
3.2 Zugtechnik: Warum „zu kräftig“ oft zu Lecks führt
Pod-Systeme sind auf moderaten, längeren Zügen ausgelegt, ähnlich wie bei einem klassischen Zug von Mund zu Lunge. Wird extrem stark und kurz gezogen, entsteht ein hoher Unterdruck. Dieser kann mehr Liquid in die Verdampferkammer saugen, als verdampft werden kann – das überschüssige Liquid sucht sich einen Weg nach außen.
Praxis-Tipp:
- Ziehen Sie 2–4 Sekunden mit gleichmäßigem, moderatem Zug.
- Vermeiden Sie „Kettenzüge“ ohne Pause; geben Sie der Watte mindestens 10–15 Sekunden, um nachzusaugen.
Wer sein Pod-System überwiegend mit Mesh-Coils nutzt, findet im Artikel „Wie funktioniert ein Mesh Coil in Ihrem Pod System?“ zusätzliche technische Hintergründe zum Zusammenspiel von Leistung, Widerstand und Nachfluss.
4. Systematisches Vorgehen: Diagnose-Workflow bei Leckage
Statt willkürlich zu reinigen oder Pods zu tauschen, hilft ein klarer Workflow. So sparen Sie Zeit, Geld und Nerven – und lernen Ihr Gerät besser kennen.
4.1 Schritt-für-Schritt-Checkliste
Nutzen Sie diese Checkliste beim nächsten Leck, am besten in genau dieser Reihenfolge:
- Pod entfernen und Gerät aufrecht auf ein Papiertuch stellen.
- Kontaktfläche und Podschacht im Gerät mit einem fusselfreien Tuch trocknen.
- Pod außen abwischen und die Füllöffnung sowie den Silikonstopfen auf sichtbare Beschädigungen prüfen.
- Einen „Dry Pull“ ohne Gerät machen: Ziehen Sie am Pod, während er nicht im Gerät steckt und nicht befeuert wird. Achten Sie darauf, ob der Luftzug gleichmäßig und nicht „pfeifend“ oder extrem leicht ist – letzteres kann auf Undichtigkeiten hinweisen.
- Pod leer schütteln: Halten Sie ihn mit dem Mundstück nach unten und schütteln Sie kräftig in ein Tuch, um überflüssiges Liquid aus der Verdampferkammer zu entfernen.
- Pod etwa bis 90 % füllen, Kopf nach oben halten und Stopfen sorgfältig schließen.
- Pod wieder einsetzen, bis ein klarer Widerstand spürbar ist. Nicht übermäßig fest drücken.
- Mehrere Züge ohne Feuern (mit eingesetztem Pod) nehmen, um den Nachfluss zu stabilisieren.
Tritt danach weiterhin Liquid aus, testen Sie – falls vorhanden – einen anderen Pod desselben Typs. Bleibt das Gerät dann trocken, war der ursprüngliche Pod die Ursache und sollte ersetzt werden.
4.2 Wann Sie den Pod oder das Gerät ersetzen sollten
Es gibt Situationen, in denen weiteres „Herumdoktern“ wenig sinnvoll ist. Dazu gehören:
- Sichtbare Haarrisse im Pod-Korpus.
- Deutlich beschädigte oder fehlende O-Ringe.
- Ein Füllventil, das trotz sorgfältiger Reinigung nicht mehr dicht hält.
In solchen Fällen ist der Austausch des Pods die zuverlässigste Lösung. Wenn sich allerdings bei unterschiedlichen Pods immer wieder Liquid im Gerät sammelt, sollten Sie prüfen, ob der Podschacht oder die Kontakte des Basisgeräts Beschädigungen aufweisen.
Ein Beispiel für ein robustes Basisgerät ist das ELFA Basisgerät Aurora Blue mit 500 mAh Akku und USB-C-Ladeanschluss. In Verbindung mit passenden, vorbefüllten Pods lassen sich viele typische Füllfehler von vornherein vermeiden.
5. Wartung & Pflege: So beugen Sie Lecks langfristig vor
Regelmäßige Pflege erhöht nicht nur die Lebensdauer Ihres Geräts, sondern reduziert auch die Wahrscheinlichkeit für erneutes Auslaufen.
5.1 Wöchentliche Reinigung – minimaler Aufwand, großer Effekt
Ein einfacher, wöchentlicher Reinigungslauf dauert meist weniger als fünf Minuten und verhindert, dass sich Liquid in Spalten oder Kontakten sammelt.
Empfohlene Routine:
-
Einmal pro Woche:
- Pod entfernen.
- Kontakte und Podschacht mit einem leicht angefeuchteten, fusselfreien Tuch reinigen.
- Eventuelles Kondensat am Mundstück abwischen.
-
Einmal im Monat:
- O-Ringe und Dichtungen visuell prüfen.
- Pods mit deutlich abgenutzten Dichtungen aussortieren.
Eine saubere Coil und ein gepflegter Pod sorgen nicht nur für weniger Lecks, sondern auch für stabileren Geschmack. Zusätzliche Tipps hierzu finden Sie im Beitrag „Mehr Geschmack aus Ihrem Pod System: Tipps & Tricks“.
5.2 Lagerung und Transport: Aufrecht, geschützt, temperaturbewusst
Viele Lecks entstehen unterwegs – in der Hosentasche, im Rucksack oder im Auto. Mit ein paar einfachen Regeln lassen sich diese Situationen deutlich entschärfen:
- Gerät nach Möglichkeit aufrecht lagern, insbesondere bei vollem Pod.
- Keine dauerhafte Lagerung im Auto (Sommerhitze, Winterkälte).
- Gerät nicht lose zwischen Schlüsselbund, Münzen oder anderen harten Gegenständen transportieren, um Stoßschäden am Pod zu vermeiden.
Längere Lagerung empfiehlt sich bei Raumtemperatur und mit nicht vollständig gefülltem Pod, um Druckaufbau zu vermeiden.
5.3 Entsorgung bei starken Lecks: Umwelt & Recht im Blick behalten
Wenn ein Pod nicht mehr dicht ist und ersetzt werden muss, stellt sich die Frage der Entsorgung. Laut dem deutschen Batteriegesetz (BattG) sind Händler verpflichtet, Altbatterien und Akkus zurückzunehmen. Viele Pod-Systeme enthalten integrierte Akkus und zählen damit zu Elektroaltgeräten.
Zusätzlich regelt die Stiftung EAR die Registrierung von Elektro- und Elektronikgeräten, um eine ordnungsgemäße Rücknahme zu gewährleisten. Seriöse Hersteller und Händler führen entsprechende Registrierungsnummern, die Sie im Verzeichnis nachprüfen können.
Praxisempfehlung:
- Undichte Pods nicht im Hausmüll entsorgen.
- Geräte mit fest verbauten Akkus bei Sammelstellen für Elektroaltgeräte oder im Handel abgeben.
- Flüssigkeitsreste nach Möglichkeit im Pod belassen und das System sicher verpacken, damit nichts ausläuft.
Damit schützen Sie nicht nur Ihre Tasche vor weiteren Lecks, sondern leisten auch einen Beitrag zu Umwelt- und Ressourcenschutz.
6. Häufige Mythen rund um auslaufende Pods – und was wirklich dahintersteckt
Rund um E-Zigaretten kursieren viele Aussagen, die in dieser Form nicht stimmen. Zwei davon begegnen Werkstätten und Support-Teams besonders häufig.
Mythos 1: „Wenn der Pod ausläuft, ist er immer defekt.“
In der Praxis zeigt sich: Ein erheblicher Teil der Leckagefälle hängt mit Nutzerverhalten zusammen – etwa Überfüllung, ungeeignete Liquids oder starke Temperaturwechsel. Ein Großteil dieser Fälle lässt sich mit den oben beschriebenen Schritten komplett beheben, ohne einen einzigen Pod zu entsorgen.
Mythos 2: „Dickeres Liquid verhindert jedes Leck.“
Sehr VG-lastige Liquids laufen zwar schwerer durch kleine Spalten, können aber andere Probleme verursachen: schlechter Nachfluss, Dry Hits, verkürzte Coil-Lebensdauer. Das PG/VG-Verhältnis sollte zur Konstruktion des Pods und zur Coil-Art passen – reine Viskosität ist nicht das einzige Kriterium.
7. Wichtig: Gesundheit, Sicherheit und rechtlicher Rahmen
Lecks betreffen nicht nur Komfort und Geräteschutz, sondern auch Ihre Sicherheit. Flüssiges E-Liquid gehört nicht unkontrolliert auf die Haut, in die Augen oder in den Mund.
Die Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) weist in seinen Einschätzungen zu E-Zigaretten darauf hin, dass E-Zigaretten im Vergleich zu Tabakzigaretten ein deutlich geringeres Schadstoffprofil aufweisen, aber nicht risikofrei sind. Die Hinweise beziehen sich auf erwachsene Nutzer; für Kinder, Jugendliche, Schwangere und Nichtraucher ist die Nutzung nicht vorgesehen.
Der deutsche Tabakerzeugnisgesetzgeber (TabakerzG) und die EU TPD schreiben unter anderem kindergesicherte Nachfüllmechanismen und klare Nikotinangaben vor. Auslaufendes Liquid kann ein Zeichen dafür sein, dass ein System nicht korrekt verwendet wird oder ein Bauteil beschädigt ist – in beiden Fällen sollten Sie das Gerät nicht weiter nutzen, bevor Sie die Ursache behoben haben.
Sicherheits-Hinweise bei Lecks:
- Hautkontakt mit Liquid möglichst sofort mit Wasser und Seife abwaschen.
- Kontakt mit Augen oder Schleimhäuten vermeiden; im Zweifel medizinischen Rat einholen.
- Geräte so lagern, dass Kinder keinen Zugriff haben, insbesondere wenn Lecks auftreten oder Pods offen sind.
8. Wichtigste Erkenntnisse auf einen Blick
Zum Abschluss die zentralen Punkte, die Sie sich merken sollten:
- 90-%-Füllregel: Pods nie bis zum Rand füllen; ein kleiner Luftpolster verhindert Drucklecks.
- Sorgfältige Handhabung von Ventilen und Stopfen: Nur schmale Spitzen verwenden, kein Gewaltakt beim Füllen.
- O-Ringe im Blick behalten: Zu fest eingesetzte oder schief sitzende Pods schädigen Dichtungen.
- Temperaturwechsel vermeiden: Aufrechte Lagerung bei Raumtemperatur reduziert druckbedingte Leckagen deutlich.
- Richtiges PG/VG-Verhältnis wählen: An Pod-Konstruktion und Mesh-Coil anpassen, statt nur auf „so dick wie möglich“ zu setzen.
- Regelmäßige Reinigung: Wöchentlich Kontakte und Podschacht reinigen, monatlich Dichtungen prüfen.
- Recht und Umwelt ernst nehmen: Undichte Pods und Geräte mit Akkus über geeignete Sammelstellen entsorgen, wie es das BattG und die Stiftung EAR vorsehen.
So ausgerüstet können Sie auslaufendes E-Liquid in den meisten Fällen schnell in den Griff bekommen – und dauerhaft für ein sauberes, zuverlässiges Dampferlebnis sorgen.
FAQ: Häufige Fragen zu auslaufenden Pods
Warum läuft mein Pod-System plötzlich aus, obwohl es vorher dicht war?
Häufig haben sich Rahmenbedingungen geändert: ein neuer Liquidtyp, stärkere Temperaturunterschiede oder ein inzwischen verschlissener O-Ring. Prüfen Sie daher zuerst Füllstand, Liquidart, Dichtungen und Ihr Zugverhalten.
Ist etwas E-Liquid im Mund gefährlich?
Kleine Mengen führen meist vor allem zu einem unangenehmen Geschmack. Trotzdem sollten Sie das nicht als Normalzustand akzeptieren: Kontrollieren Sie Pod, Füllstand und Zugtechnik und spülen Sie den Mund mit Wasser aus. Bei größeren Mengen, Unwohlsein oder Vorerkrankungen sollten Sie ärztlichen Rat einholen.
Hilft ein Pod-Wechsel immer, wenn das Gerät ausläuft?
Ein neuer Pod ist eine sinnvolle Probe, ob das Problem am Pod oder am Gerät liegt. Wenn mehrere Pods nacheinander im selben Gerät auslaufen, sollten Sie das Basisgerät selbst auf Beschädigungen prüfen und im Zweifel nicht weiter verwenden.
Wie oft sollte ich Pods wechseln, um Lecks zu vermeiden?
Es gibt keine starre Zeitangabe, weil Nutzungsverhalten, Liquid und Leistung eine Rolle spielen. In der Praxis hat es sich bewährt, Pods spätestens dann zu ersetzen, wenn der Geschmack deutlich nachlässt, die Coil optisch stark verfärbt ist oder Dichtungen sichtbare Gebrauchsspuren zeigen.
Hinweis: Dieser Artikel dient ausschließlich Informationszwecken und ersetzt keine medizinische Beratung. Wenn Sie gesundheitliche Fragen zur Nutzung von E-Zigaretten haben oder unter Vorerkrankungen leiden, wenden Sie sich bitte an eine Ärztin oder einen Arzt.